Medizinische Hilfe für die ärmsten in Nepal

Hilfe weiterhin dringend nötig

Wir alle sind erschüttert über das verheerende Erdbeben und die grosse Not, welche es in diesem schon vorher mausarmen Land angerichtet hat. Am Schlimmsten hat es das dicht besiedelte Kathmandu Tal und die westlichen und östlichen Bergregionen getroffen.

"Shanti Med Nepal" konnte sofort mit Notfallcamps beginnen und so sehr vielen Menschen in den abgelegenen Bergregionen medizinische und Lebensmittel Hilfe bringen. Den Bericht zu all diesen Hilfeleistungen finden Sie unter: Erdbebenbericht

Nach den Notfallcamps geht unsere Hilfe jetzt weiter und unsere Spendengelder fliessen in den Wiederaufbau von zerstörten Health Posts und Schulen. Das ist besonders wichtig, weil über die Hälfte der Kinder jetzt nicht zur Schule können. Hilfe brauchen aber auch viele der Flüchtlinge, welche in ihren Bergdörfern alles verloren haben und nun in den sichereren Süden gekommen sind.

In Kathmandu und Bhaktapur sind sehr viele Kulturgüter, die unter UNESCO Schutz standen, zerstört worden. Neben dem grossen Elend wird das auch eine grosse Einbusse für den Tourismus bedeuten, der zweitwichtigsten Einnahmequelle dieses sonst schon ärmsten Landes.

Nach wie vor sind wir dankbar für Spenden.

Ruth Gonseth, Präsidentin

 

Ein kleiner Einblick in die Arbeit von Shanti-Med-Nepal.
Video von Klemens Längauer

 

   

Spendenkonto

Raiffeisenbank, 4410 Liestal, PC 40-31200-6
z.H. Shanti Med Nepal, Liestalerstrasse 17, 4133 Pratteln
Kontonummer CH58 8077 3000 0059 6883 2

unser Spendenkonto / Mitgliedschaft

Letzte Woche hatten wir hohen Besuch aus der Schweiz. Der Schweizer Botschafter in Nepal, Herr Jörg Frieden, und Nationalrätin Maya Graf haben unser Spital besucht. Auch Anna Ott, Einwohnerrätin aus Liestal war da; sie gibt in der nahegelegenen Chepang Schule Englischunterricht. Und aus Liestal hat auch mein Hautarzt Kollege, Dr. Martin Hempel, auf der Dermatologischen Abteilung gearbeitet. Botschafter Jörg Frieden lobte das Spital als ein beispielhaftes Entwicklungsprojekt und nannte mich eine wichtige Botschafterin für die Schweiz.

Doch zu Beginn nach meiner Rückkehr aus der Schweiz gab es einige Enttäuschungen: diesmal hat Dr. Raj, unser Dermatologe, kurzfristig gekündigt, weil er seine Frau, welche in Australien einen Weiterbildungsplatz gefunden hatte, dorthin begleiten sollte. Schon zwei Wochen nach seiner Ankündigung musste er verreisen. Das war zwar nicht vertragsgemäss, aber es blieb mir nichts anderes übrig als ihn ziehen zu lassen.
Leider hatte auch der zweite Dermatologe seine Stelle nicht angetreten, weil er noch bessere Bedingungen aushandeln wollte. So musste ich vorerst die ganze Arbeit auf der Dermatologie Station allein bestreiten. Glücklicherweise konnte mich dabei Dr. Beatrice Baumgartner, eine Schweizer Kinderärztin unterstützen.
Inzwischen hat Dr. Achyut, ein sehr gut ausgebildeter Dermatologe mit Zusatzausbildung in Dermato-Histopathologie seine Arbeit hier begonnen und ich bin sehr zufrieden mit seiner Arbeit.
Auch Dr. Simone Kamm, die Gynäkologin vom Limmattal Spital, war eine grosse Hilfe. Zusammen mit dem nepalesischen Gynäkologen haben sie in der Frauenabteilung etliche Verbesserungen realisiert.

Leider hat auch Rabi Moktan, unser langjähriger treuer nepalesischer Shanti Med Country Director aus beruflichen Gründen gekündigt. Er will sich nun ganz seinem Unternehmen widmen, welches touristische Motorrad Ausflüge in Nepal organisiert. Manchmal gehen diese bis nach Indien und Bhutan, sodass er dann öfters im Ausland ist.
Inzwischen haben wir aber einen guten Ersatz für ihn gefunden, eine junge Frau, Anu Koirala, mit viel Kenntnissen in Präventivmedizinischen Kampagnen. Auch ihr Mann arbeitet auf diesem Gebiet.

Unsere langjährige Sekretärin Menuka hat vor kurzem ihr erstes Kind bekommen. Als Ersatz während ihrer Baby-Pause haben wir den 28 jährigen Niswarth eingestellt, einen intelligenten Mann im Rollstuhl, welcher kurz nach seiner Buchhalter-Prüfung von einem Baum gestürzt und seither querschnittgelähmt ist. Wiederholt hatte er mich gefragt, ob ich nicht eine Arbeit für ihn hätte, weil er sich zu Hause in seinem Zimmer so langweile. Er ist nun sehr glücklich, Behinderte finden in Nepal selten eine Arbeit, denn es gibt hier weder behindertengerechte Wohnungen, Arbeitsplätze oder Transportmittel. Wahrscheinlich werden wir ihn auch später weiterbeschäftigen können, z.B. in der Physiotherapie. Letzte Woche haben etliche behinderte Kinder hier Prothesen erhalten, womit sie nun selbständig gehen lernen können.

Mehrere Male haben wir das nahegelegene Zeltlager von Wanderarbeitern aus der Grenzregion zu Indien besucht. Die Familien wohnen mit ihren vielen Kindern in kleinen Zelten, welche bei den heftigen Gewittern jeweils komplett durchnässt sind. Wir haben viele gebrauchte Kleider aus der Schweiz, Spielsachen, Reis und Seifen verteilt. Die Männer sind Taglöhner auf den vielen Baustellen in der Region.

Mit dem Neubau geht es nun langsam vorwärts. Während meinem Weihnachtsurlaub ist leider nicht gebaut worden. Aber inzwischen sind die Fundamente fertig und bis Ende September sollte der Bau fertig sein. Hoffen kann ich ja immer!

Dank vielen kompetenten und fleissigen VolontärInnen konnten wir diesmal wieder einiges verbessern:

Unsere beiden deutschen Vorstandmitglieder, Karin und Martin Weigel, waren wiederum hier, sie haben unsere Notfallstation besser eingerichtet und zusammen mit dem Ambulanzteam Fortbildungen in Notfallmedizin gemacht. Martin hat auch ein Euro-Spendenkonto in Deutschland eingerichtet, um all die Wechselkurs-Spesen unserer EurospenderInnen zu vermeiden (siehe Spendenkonto).

Chantal Bachmann, die Zahnhygienikerin, hat einen neuen Raum für die Zahnklinik eingerichtet und auch geholfen, einen neuen Patientenstuhl zu finanzieren.

Rolf Löw, ein erfahrener Kinderarzt aus Karlsruhe, hat sich über einen Monat um die kleinen Patienten gekümmert und wurde von den Eltern sehr gelobt.

Leider musste Susan Lanfranchi, die Operationsschwester, nach einem Sturz mit Knieverletzung, notfallmässig in die Schweiz zurückkehren. Dank ihrer guten Versicherung hat alles bestens geklappt; sie wurde gar mit einem Helikopter aus Kathmandu abgeholt.

Wiederum haben wir zwei Health Camps in abgelegenen Dörfern gemacht, jeweils sind über 200 PatientInnen gekommen; neben einigen nepalesischen Spitalangestellten haben auch unsere VolontärInnen kräftig mitgearbeitet.

Prof. Orthner von der österreichischen Organisation "Kinderfüsse brauchen Hilfe" hat in unserem Spital zum ersten Mal ein Camp durchgeführt für behinderte Kinder, welche Operationen oder Hilfsmittel brauchen. 15 Kinder wurden untersucht, einige werden spezielle Schienen erhalten, andere müssen operiert werden (Fehlstellungen, Kontrakturen, …) und wir konnten auch mehrere Kinderrollstühle abgeben, welche wir von der IV Stelle in Härkingen erhalten hatten. Nächstes Jahr wird Prof. Orthner wiederkommen und die ausgewählten Kinder operieren.

Zum Schluss haben wir es auch geschafft, das neue Patientenzimmer für die Frauenabteilung neu zu malen und einzurichten. Und wir haben jetzt auch einen Gynäkologen eingestellt, sowie einen zweiten nepalesischen Dermatologen.

 

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