Dank vielen kompetenten und fleissigen VolontärInnen konnten wir diesmal wieder einiges verbessern:

Unsere beiden deutschen Vorstandmitglieder, Karin und Martin Weigel, waren wiederum hier, sie haben unsere Notfallstation besser eingerichtet und zusammen mit dem Ambulanzteam Fortbildungen in Notfallmedizin gemacht. Martin hat auch ein Euro-Spendenkonto in Deutschland eingerichtet, um all die Wechselkurs-Spesen unserer EurospenderInnen zu vermeiden (siehe Spendenkonto).

Chantal Bachmann, die Zahnhygienikerin, hat einen neuen Raum für die Zahnklinik eingerichtet und auch geholfen, einen neuen Patientenstuhl zu finanzieren.

Rolf Löw, ein erfahrener Kinderarzt aus Karlsruhe, hat sich über einen Monat um die kleinen Patienten gekümmert und wurde von den Eltern sehr gelobt.

Leider musste Susan Lanfranchi, die Operationsschwester, nach einem Sturz mit Knieverletzung, notfallmässig in die Schweiz zurückkehren. Dank ihrer guten Versicherung hat alles bestens geklappt; sie wurde gar mit einem Helikopter aus Kathmandu abgeholt.

Wiederum haben wir zwei Health Camps in abgelegenen Dörfern gemacht, jeweils sind über 200 PatientInnen gekommen; neben einigen nepalesischen Spitalangestellten haben auch unsere VolontärInnen kräftig mitgearbeitet.

Prof. Orthner von der österreichischen Organisation "Kinderfüsse brauchen Hilfe" hat in unserem Spital zum ersten Mal ein Camp durchgeführt für behinderte Kinder, welche Operationen oder Hilfsmittel brauchen. 15 Kinder wurden untersucht, einige werden spezielle Schienen erhalten, andere müssen operiert werden (Fehlstellungen, Kontrakturen, …) und wir konnten auch mehrere Kinderrollstühle abgeben, welche wir von der IV Stelle in Härkingen erhalten hatten. Nächstes Jahr wird Prof. Orthner wiederkommen und die ausgewählten Kinder operieren.

Zum Schluss haben wir es auch geschafft, das neue Patientenzimmer für die Frauenabteilung neu zu malen und einzurichten. Und wir haben jetzt auch einen Gynäkologen eingestellt, sowie einen zweiten nepalesischen Dermatologen.

 

Heute beginnt Dashain, das wichtigste und längste Fest in Nepal, welches von Neumond bis Vollmond dauert; 5 Tage davon sind öffentliche Feiertage. Das Fest ist der Göttin Durga geweiht, welche dafür sorgt, dass das Gute über das Böse siegt. Vor allem aber ist es ein grosses Familienfest und halb Nepal ist unterwegs. Wer einen Bus braucht, muss diesen schon wochenlang im Voraus reservieren, später gibt's nur noch Stehplätze oder Plätze auf dem Dach, wo meist die Jungen dicht gedrängt sitzen. Am letzten Tag muss man die ältesten Familienmitglieder besuchen, welche einem das rote Tika, ein Segenszeichen, aus die Stirn drücken.

Am Abend waren Susan und ich dann zum Fest bei Devendra's Familie eingeladen. Zuerst hat der Vater die Opferzeremonie gemacht, nachher gab's ein feines Essen, serviert auf Palmenblättern.

Vor unserem Volontärhaus wird gerade eine riesige Bambusschaukel gebaut, die gehört zu Dashain, und gross und klein werden sich in den nächsten Tagen darauf amüsieren.

Gottlob haben wir in diesen Tagen auch im Spital nur Notfalldienste, denn Susan, eine tüchtige Volontärin, und ich können einige Ruhetage wirklich gebrauchen. Unser erster Monat hier war sehr arbeitsreich. Viele PatientInnen warten jeweils, bis ich wieder komme. Deshalb haben wir auf der Dermatologie Station jetzt jeden Tag 100-120 Leute behandelt. Für organisatorische Arbeiten bleibt jeweils nur der Morgen vor der Arbeit oder danach. Aber ich freue mich natürlich, dass unsere Abteilung einen so guten Ruf geniesst.

In der zweiten Woche kam der Gesundheitsminister aus Kathmandu auf Besuch, er war des Lobes voll für die Arbeit und Unterstützung von Shanti Med. Er lobte gar die Sauberkeit des Spitals, obwohl dieses für mich weit entfernt von meinen Vorstellungen eines sauberen Spitals ist. Aber im Vergleich mit anderen staatlichen Spitälern hat er wohl recht.

Grosse Unterstützung habe ich von Susan Lanfranchi, seit einem Jahr pensionierte Teamleiterin der Sterilisation im Limmattal Spital. Die ersten Tage hatte sie allerdings einige Schock-Erlebnisse: Sowohl im Pult des Sterilisationsraum, als auch in der Schublade des Stahl-Schubladenmöbels im Operationssaal-Vorzimmer hatten sich Mäuse eingenistet. Zwar bin ich gewohnt, dass die Sauberkeit nachlässt, wenn ich nicht da bin, aber so eine Schlamperei hatte ich wirklich nicht erwartet. Und ich hatte dies auch dem Gesundheitsminister erzählt, sodass er die staatlichen Angestellten später gerüffelt hat. Ich selbst muss mich immer wieder mit Geduld wappnen und versuchen die nepalesische Mentalität langsam zu ändern: denn Putz-und Aufräumarbeit, selbst in Schränken oder das Waschen von Operationsbestecken, machen hier nur die Putzfrauen. Gemäss alter hinduistischer Hierarchieordnung ist dies "unter der Würde" von Krankenschwestern oder Büropersonal. Dank Susan ist jetzt aber im Ops und im Sterilisationsraum alles wieder sauber. Und äussert kundig und sorgfältig hat sie auch schon viele der Schachteln, welche vor einer Woche mit dem neuen Container angekommen sind, sortiert und versorgt. Wie hätte ich das ohne Susan schaffen können! So viel gutes Material ist wieder angekommen und ich bin sehr dankbar über die Zusammenarbeit mit der Aidass Malteserorganisation, welche uns nun schon den 4.Container geladen hat.

Immer wieder erleben wir bedrückende Frauengeschichten: Prabita, die kaum 20 jährige Frau hat vor zwei Wochen ihr 5. Kind in unserem Spital zur Welt gebracht. Ihr jüngstes 2 jährige Kind war vor zwei Monaten an einer Lungenentzündung gestorben. Die anderen drei Kinder hatte sie im Spital dabei. Ihr Mann ist Rikscha Fahrer und vertrinkt das meiste Geld. Gottlob erhalten alle Frauen nach der Geburt in staatliche Spitälern ein sauberes neues Kleid für sich und das Baby, denn viele Frauen haben nichts sauberes dabei. Prabita hatte nicht einmal Unterhosen, sodass wir etwas improvisieren mussten, ...

Jedes dritte Mädchen in Nepal wird minderjährig verheiratet. Human Rights Watch (HRW) hat der nepalesischen Regierung vorgeworfen, nicht ausreichend gegen Kinderheirat vorzugehen und krititisert die Entscheidung der Regierung, die im Land weitverbreitete Praxis nicht wie zunächst geplant bis 2020, sondern erst bis 2030 abbauen zu wollen.

Viel Freude machen wir den Kindern immer wieder mit den schönen Spielsachen, welche wir geschenkt bekommen.

Morgen kommt unser Vorstandsmitglied Kathrin Baumgartner aus Kathmandu an. Und zu dritt werden wir für zwei Tage das Kamaya Projekt ganz im Süden besuchen. Wir freuen uns sehr auf diese gemeinsame Reise. Father Michael von der Chepang-Navodaya Schule leiht uns seinen guten Wagen mit Chauffeur, sodass wir uns nicht in überfüllte Busse pressen müssen.

Im März haben wir wieder unser Kamaya Dorf im Süden besucht. Das neue Versammlungshaus dort im zweiten, noch sehr unterentwickelten Dorfteil ist fertig. Die Leute haben es selber gebaut, SMN hat das Material dazu bezahlt. Die Menschen sind sehr glücklich, dass hier endlich auch einen trockenen Treffpunkt haben, denn während der Monsunzeit stehen die Lehmhütten meistens im Wasser.

In der Nähe des Kamaya Dorfes haben wir erstmals auch zwei Taru Dörfer besucht. Die Taru sind die Ureinwohner dieses südlichen Grenzgebietes zu Indien. Doch sind sie von der Entwicklung noch weitgehend abgeschnitten. Sie sprechen meist nur ihre eigene Taru-Sprache und leben in grosser Armut. Eine indische Organisation versucht nun, in den Dörfern den Kindern nepalesisch beizubringen, damit sie endlich auch die öffentlichen Schulen besuchen können. Die kleinen verfügbaren Räume sind aber so dunkel, dass man darin kaum lesen und schreiben kann. SMN hat nun für zwei solcher Räume kleine Solareinrichtungen für den Betrieb von Lampen bezahlt.

Wir haben dieses Jahr bereits wieder fünf Health Camps in entlegenen Chepang Dörfern gemacht. Nach dem schweren Erdbeben ist dort noch kaum Hilfe angekommen. Bei allen Camps haben wir auch Reis und Linsen an die unterernährten Kinder verteilt. In Kavilas, wo wir das Geld für den Wiederaufbau der zerstörten Dorfschule gespendet hatten, konnten wir gleichzeitig auch die endlich fertig gestellte neue Schule einweihen.

Sehr eindrücklich war unser Health Camp in Washbang, einem Dorf das buchstäblich hinter sieben Bergen liegt. Die eindrückliche Fahrt dorthin hat 4 1/2 Stunden gedauert, steil hinauf und wieder steil hinunter, etwa sieben Mal. Wir haben dort etwa 200 PatientInnen versorgt. Die Unterernährung vieler Kinder war so eindrücklich, sodass wie eine Ernährungsprojekt für zwei Monate beschlossen haben: 50 Familien mit total 250 Kindern erhalten nun wöchentlich je 5 Eier und 1 kg Milchpulver monatlich. Zur Freude von gross und klein konnten wir auch sehr viele Spielsachen verteilen, welche uns aus der Schweiz geschenkt worden waren.

Die Arbeit im Spital läuft weiter sehr gut und die Zahl der PatientInnen steigt kontinuierlich. Einzig die Fertigstellung des Operationssaals hat mich Nerven viel gekostet, weil die nepalesischen Handwerker meist alles nur unsorgfältig machen und vieles verbessert und repariert werden muss, kaum ist es fertig. Endlich als nach vielen Verzögerungen der OP-Raum fertig war, haben wir festgestellt, dass die elektrischen Leitungen falsch und ungenügend verlegt worden waren. Die Wände mussten erneut auf gespitzt und wieder gestrichen werden. Aber nun endlich ist der OP fertig, der Operationstisch und die Lampen sind montiert, die anderen Instrumente platziert und die Arbeit kann beginnen.

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