Seit einem Monat sind Kurt Janser und ich wieder in Nepal. Ende dieser Woche werden auch Susan Lanfranchi und Margrit Aegerter noch dazu kommen.

Das Wetter spielt verrückt: Zu Beginn war es bei uns meist über 40° heiss und es gab heftige Monsunregen mit schweren Überschwemmungen und Erdrutschen; dabei sind viele Menschen ums Leben gekommen, andere haben alles Hab und Gut verloren. Im Himalaya Gebirge dagegen ist schon sehr viel Neuschnee gefallen und hat einige unerwartete Lawinen ausgelöst, welche mehrere Touristengruppen begraben haben.

Neben Covid ist nun auch eine Dengue-Fieber Epidemie ausgebrochen.

Im Spital ist die Aufstockung des alten Gebäudes fertig. Wir haben zwei gut ausgebildete zusätzliche Pädiater angestellt, damit wir die schöne Neugeborenen-Notfallstation auch rund um die Uhr nutzen können.

Das Fundament des neuen Frauen- und Geburtshilfe Gebäudes ist fertig und der weitere Aufbau ist im Gange.

Endlich konnten wir den schwierigen Chefarzt Dr. Biswo verabschieden. Viele Mitarbeitende haben unter seiner ruppigen Art gelitten und können nun damit aufgeatmen.

Eine grosse Gruppe der Scouts aus Bonn ist wieder da und hat schon sehr viel Superarbeit geleistet. U.a. haben sie allen Müll auf dem Dach, welche die Arbeiter einfach liegen gelassen haben, weggeräumt und die Wände in unserem Neubau neu gestrichen.

Während des Dashain-Festes sind wir mehrmals zum Essen und Feiern eingeladen worden.

Und an den Wochenenden geniessen wir meist den schönen Sonnenuntergang am Urwald in Sauraha.

GV von Shanti Med im Songtsen House. Danach ein Film der Bonner Scouts ueber deren Hilfe im Projekt: vom Kunststoffboden verlegen, ueber neue Dächer bis zu Food und Health Camps leisten die Scouts wertvolle arbeit. Ein gutes Gefuehl 150 Säcke Reis zu 30 kg in die hinterste Chepang Siedlung zu bringen, die je das 1monatige Überleben einer Familie sichert. Die Bonner Scouts erstellten einen interessanten film ueber ihre Arbeit. Danke Scouts! 
Siehe auch: Scouting Bonn e.V. - Nepal-Projekt 

 

 

Erfreuliches und Tragisches

Die Grundsteinlegung zum neuen Frauenspital, drei grosse neue Patientenzimmer im 1.Sock des alten Gebäudes, neue Maschinen, Verteilung von Rollstühlen, Health-Camps: das alles ist sehr erfreulich. Aber es gab auch sehr tragische Ereignisse: Niswarth, unser Mitarbeiter im Rollstuhl, hat Mutter und Vater durch einen Töffunfall verloren; dann sind in einer armen Familie kurz hintereinander Mutter und Vater an TBC gestorben und haben eine 8-köpfige Schar von Kindern und Enkeln hinterlassen.

Endlich hat Ende März mit einer langen Zeremonie die Grundsteinlegung zum neuen Frauenspital stattgefunden.

Und wir konnten die neue HS 40 Samsung Ultraschallmaschine dem Chefradiologen Dr. Gopal übergeben.

Im neu errichteten 2.Stock des alten Gebäudes haben wir drei Patientenzimmer eingerichtet, Frauenzimmer, Männerzimmer, Kinderzimmer. Kurt Janser hat zusammen mit den Putzfrauen alle Zimmer sauber gereinigt und die Betten aus dem Container montiert.

Wiederum haben wir viele Rollstühle verteilt, an zwei CP Mädchen und mehrere behinderte Erwachsene.

Im März haben wir zwei Health-Camps in den entlegenen Bergen gemacht. Unsere Volontäre Trudy, Ingrid und Kurt waren dabei sehr aktiv im Verteilen von Kleidern und Spielsachen und es haben jeweils auch zwei nepalesische Ärzte mitgearbeitet.

Niswarth, unser Mitarbeiter im Rollstuhl, hat schon viele Monate mit rezidivierenden Urininfekten und zunehmendem Nierenversagen zu kämpfen. Seit längerem haben wir ihm empfohlen, mit Dialyse anzufangen. Dann hat er vor 10 Tagen Mutter und Vater durch einen Töffunfall verloren. Und seine Gesundheit war rapid schlechter geworden. Drei Tage nach dem Todesfall musste ich ihn notfallmässig mit der Ambulanz nach Kathmandu in ein spezialisiertes Nierenzentrum bringen. Unterwegs war dann auch noch ein Reifenwechsel nötig. Schon am zweiten Tag hat er seine erste Dialyse erhalten und langsam geht es ihm besser. Ich habe ihn vier Tage in KMD betreut und bin jetzt wieder in Ratnanagar. Niswarth wird noch eine Weile im Spital bleiben müssen.

Wegen der schlechten Gesundheitsversorgung in Nepal gibt es immer wieder tragische Familienschicksale: In einer armen Familie aus den umliegenden Hügeln sind kurz hintereinander Mutter und Vater an TBC gestorben und haben eine 8-köpfige Schar von Kindern und Enkeln hinterlassen. Der älteste Sohn ist erst 22- jährig, ist verheiratet und hat schon einen kleinen Sohn. Wir haben alle untersucht und glücklicherweise konnten wir bei ihnen keine Ansteckung nachweisen. Wir konnten die weitere Betreuung dieser Familie an ein niederländisches Hilfswerk übergeben, welches in Sauraha ein Waisenheim aufgebaut hat.

Am 8.März, dem internationalen Frauentag, sind wir Volontärinnen zu einer grossen Feier in die Little Flower School eingeladen worden und haben ebenfalls einen Preis erhalten.

Jetzt haben wir wieder alle drei VolontärInnen verabschiedet und ich werde allein noch bis Ende April hier arbeiten.

 

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