Nach verheerenden Naturkatastrophen nun auch noch das Coronavirus

 

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehrere schwere Erdbeben haben 2015 das Land schwer getroffen; 10'000 Menschen sind dabei ums Leben gekommen und unzählige haben all ihr Hab und Gut verloren.

Heftige Monsunregen und Erdrutsche hatten im August 2017 rund 50'000 Häuser völlig zerstört, gut 1 Million waren teilweise beschädigt. Auch 2018 und 2019 gab es über 100 Tote, die durch Erdrutsche und Überschwemmungen ums Leben gekommen sind. Schon wieder haben die Fluten viel Leid und grosse Not in diesem, schon vorher mausarmen Land angerichtet. Auch unsere Region war stark betroffen.

Die Klimaerwärmung ist auch in Nepal deutlich spürbar, die Temperaturen steigen, die Monsunregen werden heftiger und das ewige Eis in den Himalaja Bergen schmilzt gefährlich.

Nun hat auch das Coronavirus Nepal erreicht. Angesteckte Menschen werden v.a. aus dem Südwesten, an der Grenze zu Indien gemeldet. Verspätet hat die Regierung vor zwei Wochen einen kompletten Lockdown angeordnet, welcher zunächst bis Ende April gelten soll. Die Polizei ist mit Knüppel ausgerüstet und überwacht die Anordnung aufs schärfste. Lebensmittel werden nur morgens von 5 bis 9 Uhr verkauft. Alle anderen Läden sind geschlossen, Transporte, z.B. für Baustellen, dürfen nicht gemacht werden.

Das geplante Tourismus-Jahr 2020 musste abgesagt werden. Der Tourismus ist völlig zusammengebrochen. 40'000 Fremdarbeiter, welche v.a. nach Saudi-Arabien fliegen wollten, durften nicht mehr ausreisen. Millionen von Menschen haben ihre Arbeit verloren und sind ohne Einkommen, Arbeitslosenversicherungen gibt es nicht.

 

Nothilfe ist weiterhin dringend nötig.

SMN wird von unzähligen Menschen um Hilfe gebeten und auch unsere medizinische Unterstützung ist sehr gefragt. Nach wie vor sind wir auf Spenden angewiesen wir sind Ihnen sehr dankbar für Ihre Unterstützung.

Ruth Gonseth, Präsidentin

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Einblick in die Arbeit von Shanti-Med-Nepal.
Video von Klemens Längauer

 

Mitgliederversammlung 

11. Juni 2021
Songtsen House, Gubelhangstrasse 7, 8050 Zürich-Oerlikon 

Türöffnung: 18 Uhr

18:30 Uhr: Die Präsidentin Ruth Gonseth führt durch die 12. Mitgliederversammlung des Vereins Shanti Med Nepal. Sie berichtet unter anderem von der Situation Nepals inmitten der Corona-Krise, wie die Nepalesen damit zurechtkommen und über den Beitrag des Vereins zur Unterstützung der Menschen im Terai in der Gegend des Ratnanagar Spitals, dessen Patienten die hauptsächlichen Nutzniesser der Hilfe sind.

19:30 Uhr: "Die Tharu – Leben einer Ethnie am Rande Nepals": Nepalesischer Film über das Kamaiya-System
Details in den Anlässen

Anschliessend hoffen wir am traditionellen Apéro riche, wieder anstossen können.

 

 

Spendenkonto 

unser Spendenkonto / Mitgliedschaft

Seit unser Spital zu einem Provinzspital aufgewertet wurde, leistet die Regierung nun auch mehr finanzielle Beiträge und schickt mehr staatliche medizinisches Personal.

Die Apotheke ist fertig und nun 24 Stunden geöffnet.

Auch die Aufstockung des Altbaus ist fertig und nun kann der Innenausbau beginnen.

Neue Spezialisten: Inzwischen haben wir einen weiteren Kinderarzt, denn unser Dr. Biswo ist zwar Kinderarzt, aber er arbeitet nun nur noch als medizinischer Leiter des Spitals. Wir haben auch einen Orthopäden, einen HNO-Arzt, eine zweite Frauenärztin und einen Allgemeinchirurgen.

Auf einem grossen Feld anschliessend an das Spitalareal wird ein grosser Parkplatz für die vielen ambulanten Patienten entstehen. Das Land wurde von einer wohlhabenden Nepalesin gespendet.

In zwei Wochen sollte nach grosser Verspätung endlich auch der Spital-Lift eingeweiht werden können.

Vor drei Tagen ist die Internet-Anmeldung-Webseite in Betrieb gegangen: Patienten können sich nun von zu Hause an anmelden und das Ticket bezahlen und erhalten einen Code. Damit können sie sich nun am neuen Internet-Schalter anmelden und brauchen nicht mehr an den bisherigen langen Schlangen anzustehen.

Das alles ist sehr erfreulich.

Bei zwei Verteilaktionen von Rollstühlen, Rollatoren und anderem Material konnten wir viel Material an Behinderte und Betagte Menschen abgeben. Unser Mitarbeiter Niswarth hat das sehr gut organisiert.

Drei VolontärInnen haben uns bei der vielen Arbeit geholfen, der Dermatologe Jürgen Grabbe, seine Frau Beate und Andrea Frick, eine Osteopathin. Sie alle warne eine grosse Hilfe. Trotz der vielen Arbeit hatten wir auch viel Spass und konnten einige Ausflüge zusammen machen.

Immer wieder gibt es so berührende Schicksale von PatientInnen:
Die beiden Mädchen waren allein zu Hause, während die Mutter bei der Arbeit war und der Vater Besorgungen machte. Die Kinder wollten Feuer für Tee machen, aber dann hat das Feuer plötzlich um sich gegriffen, das Haus hat gebrannt und die Kinder erlitten grosse Brandwunden. Gottlob konnten Nachbarn schnell eingreifen und kamen mit den beiden nackten Kindern. Ich staunte, weil sie in den Haaren eine klebrige Masse hatten. Ich wurde dann aufgeklärt, dass mit einem Ei in den Haaren die Verbrennungen weniger Schaden anrichten würden.

Unserem kleinen Sudip geht es weniger gut, noch immer hat er an beiden Beinen Gipse und muss herumgetragen werden. Erstaunlich erträgt er es immer noch stoisch und lächelt wie ein kleiner Buddha. Endlich soll er aber in zwei Wochen Gehgipse erhalten.

Babys, Babys
Weiterhin freuen wir uns über die vielen Geburten in unserem Spital und die Mütter freuen sich über die schönen Baby-Sachen, welche wir aus der Schweiz bringen. Ein grosser Dank an all die Strickerinnen und Spenderinnen. Der kleinste Bub im grünen Hemd ist nur gerade 1,5 kg schwer, aber ganz munter und trinkt schon ganz gut.

 

Mit zwei Tagen Verspätung bin ich am 11.Februar wieder in Nepal gelandet. Ich habe mich vor Abreise impfen lassen und daher keinen Covid-Test machen lassen. Am Flughafen aber musste ich diesen nachholen, bevor ich ins Flugzeug durfte.

In Nepal habe ich zunächst den kleinen Sudip im Kinderspital besucht, wo er vorher nochmals operiert worden war. Drei Tage später konnte ich ihn dann abholen und nach einer Nacht im Hotel sind wir dann gemeinsam mit seinem Vater nach Chitwan gefahren. Sudip hat immer noch Gipse und kann deshalb nicht zur Schule. Aber ich konnte ihm zwei Privatstunden täglich organisieren. Dem kleinen Bruder Sundar geht es gut und er kann die nahegelegene Schule besuchen.

Während meiner Abwesenheit ist im Spital einiges vorwärtsgegangen:

  • Das Dach auf dem Neubau ist nun fertig. Die Solaranlage ist wieder montiert.
  • Die neue Apotheke am Eingang des Spitalareals wird bis in drei Wochen bezugsbereit sein.
  • Der Liftschacht ist fertiggestellt, der Schindler-Lift aus dem Werk in Indien ist angekommen und nun warten wir ungeduldig auf den Einbau.
  • Nur mit dem Ausbau des 2.Stocks auf den Altbau hapert es. Zuerst müssen jetzt die Pläne zur Zimmer-Einteilung gemacht werden. Auch ein zweiter Operationssaal mit Intensivstation und OP-Nachbetreuung wird geplant.

Inzwischen wird die Platznot im Spital immer grösser, denn die Patientenzahl steigt weiterhin.

Nach zwei Jahren haben wir unseren Dermatologen Dr. Arun Karki verabschiedet. Eigentlich wollte er nur ein Jahr bleiben. Nun will er erst mal länger Ferien machen und in die Berge steigen.

Und zur Feier des Geburtstags für den neuen Dermatologen, Dr. Manoj Adhikary, gab es einige Tage später auch eine Torte.

Eigentlich wollten ab Ende Februar drei VolontärInnen bei uns arbeiten. Andrea Frick, eine Osteopathin, ist gut angekommen und hat schon recht viel zu tun. Leider konnten die beiden anderen nicht reisen, weil sie positiv auf Covid getestet wurden. Vielleicht können sie noch für einen kurzen Schnupper-Einsatz kommen, wenn der nächste Test negativ ist.

Seit vier Wochen ist unsere grosse Aula in ein Impfzentrum umgewandelt worden. Nepal hat drei Millionen Dosen aus Indien gratis erhalten und wird nun noch weiter dazu kaufen. Mehrere Tage kamen um die 1000 Menschen zum Impfen: Nach dem Spital-Personal wurden alle Staatsangestellten der Gemeinde Ratnanagar geimpft. Zunächst die Gemeindeangestellten, dann das Polizeicorps, dann das Militär bis hinunter zu den jungen Rekruten. Im Gegensatz zur Schweiz müssen hier die älteren Menschen und die gefährdeten Kranken nun auf das Eintreffen der nächsten Impfstoffe aus Indien warten.

Vor einer Woche habe ich in Kathmandu eine Auszeichnung für die Arbeit von SMN erhalten. Der Preis wurde von der Journalistenvereinigung Swastya Darpan verliehen, welche v.a. in Zeitungen und Fernsehen über die Gesundheitsprobleme in Nepal berichtet.

Leider rutscht das Land immer weiter in die Armut ab. Der Tourismus ist erst langsam angelaufen. Die Einreisebedingungen bleiben streng und Personen aus Risikogebieten müssen zunächst in Quarantäne. Neuansteckungen und Todesfälle scheinen gemäss den veröffentlichen Statistiken abzunehmen.

Politisch bleibt die Lage weiter angespannt. Immerhin hat das oberste Gericht vor zwei Wochen die Auflösung des Parlamentes für ungültig erklärt und am 7. März hat das Parlament nach einem dreimonatigen Unterbruch zum ersten Mal wieder getagt. Zunächst soll wieder ein neuer Ministerpräsident gewählt werden, aber das wird wohl dauern.

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